Infos für zukünftige Aupairs - FAQ

Bist du gerade auf der Suche nach einer Gastfamilie oder überlegst, was du nach dem Abi / deiner Ausbildung machen kannst? Dann kannst du hier einen Eindruck gewinnen, was es eigentlich genau heißt, ein Aupair zu sein und um was man sich vorher mitunter alles kümmern muss.
1. Warum Aupair?
– Als Aupair reist man in ein fremdes Land, dessen Sprache man i.d.R nicht so gut kann, lebt mit und in einer fremden Familie, kümmert sich um fremde Kinder und hilft im Haushalt. Man lernt neue Menschen, meist andere Aupairs, kennen und reist viel, damit man auch möglichst viel vom Gastland kennen lernt.
Man sollte jedoch eins bedenken: Hat man keine Ahnung von Kindererziehung oder kein Interesse daran, sollte man es lassen. Das ist nicht böse gemeint, aber wenn man nur “doof rumsitzt” und keine Beziehung zu den Kindern aufbaut, sondern sie wirklich nur als Job sieht, dann wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auch keine schöne Erfahrung.
2. Wie finde ich eine Familie?
– Wenn du dich nun also trotzdem entschieden hast, als Aupair in ein fremdes Land zugehen, musst du dir als allererstes klar werden, wohin du gehen möchtest,  für wie lange und wann du anfangen möchtest. In den USA zB ist man meist 12 Monate als Aupair und hat dann noch eine 13. Monat zum rumreisen. In den EU-Ländern ist es üblich, dass man 6-12 Monate, mitunter aber auch 18 oder 24 Monate, in einer Familie bleibt. Dann gibt es noch das Sommer-Aupair, da ist man 3 Monate in einer Familie (Juni, Juli, August).
Möchtest du lieber in der EU bleiben (also zB nach Frankreich, England, Italien, Spanien, Irland, etc) kannst du dich auf Seiten wie Aupair-World.net (mein persönlicher Favourit), greataupair.com oder easyaupair.com registrieren und ein Aupair-Profil anlegen. Damit kannst du dann gezielt nach Familien suchen, die deinen Anforderungen (Kinderzahl, Alter der Kinder, Gastland, Starttermin, etc) und deinen Wünschen (in der Stadt, einem (Vor)Ort oder auf dem Land, etc) entsprechen und ihnen eine Nachricht schicken (bei Geataupair.com kann man Familien allerdings nicht direkt anschreiben, ausser man ist Premiummitglied. Da aber die Gastfamilien Premiummitglied sein sollte, kann man die gewünschte Familie auf die Favouritenliste setzen und hoffen, dass sie sich melden). Im besten Falle meldet sich die Familie (meistens sind es die Mütter, die für die Aupair-Suche zuständig sind) mit Interesse zurück und man beginnt den Emailaustausch. Am besten ist, man fängt 3 Monate im Voraus an zu suchen, noch besser wären 6 Monate, da man dann einfach mehr Zeit hat, die Familie kennen zu lernen. Auch sollte man mindestens einmal mit der Familie skypen, bevor man eine Entscheidung trifft. (Man kann aber natürlich auch mit einer Agentur in die EU-Länder gehen, das gibt einem meist nochmal ein besseres Gefühl der Sicherheit.)
Möchtest du in Länder ausserhalb der EU (USA, Australien, Canada, China, Neu Seeland,…) ist es ratsam, eine Agentur für die Familiensuche zu beauftragen. Im Internet findet man haufenweise Aupair-Agenturen, daher sollte man sich vorher einige Agenturen genau angucken und das Angebot vergleichen. Bei manchen Agenturen ist der Preis für Flug und Unterkunft am ersten Wochenende (wenn es ein Kennenlernwochende mit anderen Aupairs gibt) schon im Anmelde-und Vermittlungspreis drin, bei anderen muss man den Flug selber zahlen. Meldet man sich bei einer Agentur an, muss man in der Regel einen Brief an die möglichen Gastfamilien schreiben (Dear Family letter), eine Charakterbeurteilung und einen Nachweis über Kinderbetreuungsstunden vorlegen. Die meisten Agenturen verlangen außerdem ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis, beides nicht älter als 3 Monate. Wenn man alles der Agentur zukommen lassen hat, wartet man nur noch darauf, dass man per Email eine passende Familie zugesandt bekommt und kann dann auch mit dem Emailaustausch beginnen.
Für Nicht-EU-Länder braucht man immer ein Visum, wenn man länger als 90 Tage im Land verbleiben will, ansonsten macht man sich strafbar und riskiert, dass man nie mehr in das jeweilige Land einreisen darf. Daher wird man für diese Länder nicht um eine Agentur herumkommen.
3. Was macht man als Aupair genau?
Was letztendlich deine Aufgaben sein werden, wirst du mit deiner zukünftigen Gastfamilie besprechen. Meistens ist es jedoch so: Gehen die Kinder schon zur Schule, weckt das Aupair sie morgens und bereitet das Frühstück für sie vor. Vielleicht hilft man ihnen beim Anziehen. Das Aupair bringt sie zur Schule und macht danach etwas Hausarbeit (meistens: Wäsche der Kinder waschen, trocknen, bügeln und weglegen, eventuell Staubsaugen, eigenes Zimmer aufräumen…leichte Sachen eben, die man bei den Eltern zu Hause auch machen würde). Dann hat man meist Freizeit, also Zeit sich mit anderen Au Pairs zu treffen, die Gegend zu erkunden oder einen Sprachkurs zu belegen. Nachmittags holt man dann die Kinder wieder von der Schule ab, hilft ihnen bei den Hausaufgaben und spielt mit ihnen, bis die Eltern nach Hause kommen. Manche Eltern möchten, dass ihr Aupair schon mal das Abendessen vorbereitet, damit alles schneller geht, wenn sie nach Hause kommen. In der Regel hat das Aupair dann auch frei, sobald ein Elternteil nach Hause kommt. Der genaue Tagesablauf und die Erwartungen an das Aupair sind aber natürlich von Familie zu Familie unterschiedlich und man sollte die genauen Aufgaben bereits im Vorfeld besprechen.
4. Und wenn man ein Baby betreuen muss?
In der Regel muss man sich nicht um Neugeborene kümmern, sondern um mindestens 6-Monate-alte Kinder. Sind die Kinder noch so klein, bleiben die Mütter auch gerne noch für ein paar Wochen zu Hause und zeigen dem Aupair alles. Die wenigsten Mütter werden ein Aupair sonntags ankommen lassen und direkt montags wieder zur Arbeit gehen.
Aber gerade bei der Betreuung von Babies / Kleinkindern, ist es wichtig, dass man die Sprache der Gastfamilie einigermaßen gut beherrscht bzw wirklich Willen zeigt, diese so schnell wie möglich zu lernen.
Je nach Alter des Babys / Kleinkindes, ist der Tagesablauf unterschiedlich. Die Eltern kennen die Routine ihres Kindes natürlich am besten und mit größter Wahrscheinlichkeit werden sie diesen für das Aupair schriftlich festgehalten haben. Auch hier gilt wieder: Der genaue Tagesablauf und die Erwartungen an das Aupair sind aber natürlich von Familie zu Familie unterschiedlich und man sollte die genauen Aufgaben bereits im Vorfeld besprechen.
5. Aupair-Vertrag?
Entscheidet man sich für eine Agentur, ist ein Aupair-Vertrag Pflicht. In diesem werden die Arbeitszeit, Bezahlung und Aufgaben festgehalten. Aber auch Sonderregelungen wie Urlaubstage. Dieser Vertrag schützt einen dann auch rechtlich.
Ohne Agentur ist ein Vertrag freiwillig. Man sollte die potenzielle Gastfamilie dennoch dazu fragen. Es dient lediglich der Absicherung beider Parteien, auch wenn ein Vertragsbruch leider keine rechtlichen Konsequenzen haben wird. Schlägt man der Familie einen Vertrag vor und diese lehnt ab – Finger weg! Am positivsten finde ich es, wenn die Familie von selber einen Aupair-Vertrag vorschlägt. Das heißt für mich eigentlich: Wir sind eine ehrliche Familie und erwarten dasselbe von dir.
Und nur weil man einen Vertrag unterschreibt, heißt das nicht, dass man eine Angestellte ist. Als Aupair sollte man als Mitglied in die Familie aufgenommen werden und auch so behandelt werden. Natürlich sollte man sich aber auch so benehmen.
6. Ich bin Aupair, aber das Verhältnis zu meiner Familie ist schlecht – Was kann ich tun?Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, woran es liegen kann, dass das Verhältnis schlecht ist. Verziehst du dich direkt, wenn die Eltern nach Hause kommen? Das kann ihnen das Gefühl geben, dass sie dir egal sind. Man sollte immer auch etwas Zeit außerhalb der “Arbeitszeit” mit der Familie verbringen, nur so kann man auch die Eltern besser kennen lernen und rausfinden, wie diese ticken.
Wenn du allerdings merkst, dass die Eltern eisig zu dir sind oder auf Abstand gehen, wirst du nicht drumherum kommen, sie direkt darauf anzusprechen.
7. Wie lerne ich neue Leute kennen?Es gibt auf Facebook wahrscheinlich tausende von Gruppen, in denen man sich mit anderen Aupair austauschen und zu Treffen verabreden kann (alleine für London und Umgebung hatte ich ca 15 gefunden)
Im Sprachkurs lernt man zudem andere Aupairs kennen und mit etwas Glück gibt es auch ein Aupiar Forum für die Region.
Für England gibt es außerdem MeetUp.com. Auch dort kann man Gruppen beitreten und an Treffen teilnehmen. Diese sind meist für Einheimische.
Wenn man ansonsten Kontakt zu Einheimischen knüpfen möchte, könnte man einem Sportverein oder Buchclub oder ähnlichem beitreten. So schwer, Einheimische kennen zu lernen, wie viele Aupairs immer annehmen, ist es nämlich gar nicht. :)
Falls dich all das immer noch nicht davon abgeschreckt hat, Aupair zu werden, wünsche ich dir ganz viel Glück bei deiner Familiensuche und viel Erfolg im Gastland. Ich kann nur sagen, dass ich keine meiner bis jetzt beiden Aupair-Aufenthalte bereue, wenn auch der zweite nicht so toll war, wie der erste. Es ist eben einfach eine Erfahrung wert.

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